Passivhaus_Schema

Passivhaus

Leider gibt es immer noch sehr viele Vorurteile über Passivhäuser, um es gleich zu sagen:
Man kann die Fenster öffnen und die Technik ist so einfach, wie die einer Küchen – Dunstabzugshaube. Komplex ist ein Passivhaus nur in der Planung, da muss viel bedacht werden, um den hohen Anforderungen des Komforts und geringen Energiebedarfs gerecht zu werden.

Hier wollen wir über die wesentlichen Punkte eines Passivhauses informieren:
Der Begriff “Passivhaus” hat sich etabliert als ein Standard für ein energieeffizientes Haus.  Die Idee entstand aus der Fragestellung, wie man ein Haus bauen muss, so dass kein konventionelles Heizsystem benötigt wird. Es sollte möglichst viel Wärme im Haus halten und die einfallende Strahlungswärme nutzen. Daraus ergibt sich, dass ein Haus gut gedämmt und möglichst luftdicht sein muss. (Dies ist bei Gebäuden der Fall, wie auch in der Bekleidung. Ein warmer Wollpullover oder eine Fleecejacke wird am besten mit einer winddichten Membran oder zusätzlichen Jacke kombiniert).
Die im Haus benötigte Frischluft wird mit der in der Abluft enthaltenen Wärme aufgewärmt (Wärmerückgewinnung) und durch eine Komfort – Lüftungsanlage in die Wohnräume geleitet. Diese sowieso benötigte Luftverteilung kann zum Heizen genutzt werden, indem die Frischluft bei Bedarf weiter erwärmt wird. So lässt sich eine Heizleistung von ca. 10W/m2 realisieren, was in Mitteleuropa in etwa einem Heizenergiekennwert von 15 kWh/(m²a) und damit rund 1,5 l Heizöl je Quadratmeter und Jahr entspricht. Dies sind nur ca. 10% des durchschnittlichen Heizenergiekennwertes im deutschen Bestand.

Da nicht nur relevant ist, wie viel Wärme benötigt wird, sondern auch wie (ökologisch) diese Wärme erzeugt wird, wurde ein “Primärenergiekriterium” hinzugefügt. Ferner soll vermieden werden, dass es im Sommer im Haus zu heiss wird und nicht mehr Energie zum Kühlen als zum Heizen aufgewendet wird. Zusammengefasst gelten also folgende Kriterien (siehe auch Bild  1)

- Heizwärmebedarf ≤ 15 kWh/m2a, oder Heizlast ≤ 10 W/m2

- Nutzkältebedarf  ≤ 15kW/m2 a,

- Häufigkeit Übertemperatur über 25°C ≤10%

- Gebäudeluftdichtheit ≤ 0,6/h

- Primärenergiekennwert ≤120 KWh/m2

Der Primärenergiekennwert enthält, im Gegensatz zum Kennwert der ENEV, Nutz- und Haushaltsstrom. Weiterhin ist die Energiebezugsfläche nach ENEV größer und somit der ENEV Primärenergiekennwert eines Hauses deutlich kleiner, als der nach Passivhauskriterien.

Wir haben das Konzept für unsere HolzWertHäuser noch weiterentwickelt. Frischluft- und Wärmebedarf sind entkoppelt, der Energiebedarf weiter reduziert und auch die Baustoffe werden bezüglich ihrer ökologischen Eigenschaften einbezogen.

Passivhaus Reader

Weitere Informationen haben wir für Sie zum Download zusammengestellt.
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